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Barrierefreiheit bei Software einfach erklärt

Das Wichtigste in Kürze

Barrierefreiheit bei Software ist heute ein wesentlicher Faktor für digitale Teilhabe und die Erfüllung gesetzlicher Vorgaben. Verantwortliche in Entwicklung, Produktmanagement und Compliance stehen vor der Aufgabe, Software so zu gestalten, dass sie für alle Nutzer zugänglich ist – unabhängig von individuellen Einschränkungen.

Diese Seite bietet einen fundierten Überblick zu den Anforderungen und Standards rund um barrierefreie Software. Im Fokus stehen Definitionen, die Systematik der gesetzlichen Grundlagen, typische Fehlerquellen sowie praxisnahe Ansätze zur Umsetzung. Sie erfahren außerdem, worin sich Software-Barrierefreiheit von Web-Barrierefreiheit unterscheidet und welche Bedeutung sie für verschiedene Softwarearten hat.

Was bedeutet Barrierefreiheit bei Software?

Barrierefreiheit bei Software bedeutet, digitale Anwendungen so zu gestalten, dass sie von möglichst allen Menschen unabhängig von individuellen Einschränkungen genutzt werden können. Im Unterschied zur allgemeinen digitalen Barrierefreiheit, die Webseiten, Dokumente und digitale Dienste umfasst, bezieht sich Barrierefreiheit bei Software gezielt auf die Zugänglichkeit von Anwendungen wie Desktop-Programme, mobile Apps und Webanwendungen. Eine barrierefreie Software berücksichtigt die Bedürfnisse von Menschen mit Seh-, Hör-, motorischen oder kognitiven Beeinträchtigungen und ermöglicht ihnen eine gleichberechtigte Nutzung.

Die Relevanz von Barrierefreiheit erstreckt sich auf verschiedenste Softwarearten. Während bei Webanwendungen häufig die WCAG als Standard herangezogen werden, gelten für Desktop- und mobile Anwendungen teils andere technische und regulatorische Anforderungen. Zielgruppen sind nicht nur Menschen mit Behinderung, sondern auch ältere Nutzer oder Personen mit temporären Einschränkungen. Typische Barrieren in Software können unter anderem schwer verständliche Bedienoberflächen, fehlende Tastaturbedienbarkeit, unzureichende Kontraste oder fehlende Unterstützung für Screenreader sein.

Softwareart Typische Barrieren
Webanwendungen Unklare Navigation, fehlende Alternativtexte, mangelnde Kompatibilität mit Screenreadern
Desktop-Software Keine Tastatursteuerung, kleine Schriftgrößen, fehlende Anpassungsmöglichkeiten
Mobile Apps Kleine Touch-Ziele, keine Sprachausgabe, zu komplexe Gesten
  • Barrierefreiheit bei Software zielt auf die Nutzbarkeit für alle Anwendergruppen ab.
  • Verschiedene Softwarearten erfordern unterschiedliche Ansätze zur Barrierefreiheit.
  • Typische Barrieren betreffen Bedienung, Wahrnehmbarkeit und Kompatibilität.
  • Die Definition barrierefreier Software geht über reine Webstandards hinaus.

Systematik und Aufbau von Anforderungen an barrierefreie Software

Die Anforderungen an barrierefreie Software sind systematisch aufgebaut und ergeben sich aus einer Kombination gesetzlicher, normativer und technischer Vorgaben. International und national existieren unterschiedliche Regelwerke, die jeweils spezifische Anforderungen definieren. Die rechtliche Grundlage in Deutschland bilden beispielsweise das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) und die Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung (BITV 2.0), während auf europäischer Ebene die EN 301 549 maßgeblich ist. Weltweit anerkannt sind die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG), die als technischer Standard dienen und häufig als Basis für nationale Vorschriften herangezogen werden.

Die Hierarchie der Regelwerke gestaltet sich wie folgt: Gesetze wie das BFSG geben den rechtlichen Rahmen vor, während Normen wie EN 301 549 und die WCAG konkrete technische Anforderungen und Prüfverfahren beschreiben. Die BITV 2.0 setzt die WCAG für den öffentlichen Sektor in Deutschland um. Das Zusammenspiel dieser Vorgaben sorgt dafür, dass Anforderungen an barrierefreie Software sowohl rechtlich verbindlich als auch technisch umsetzbar sind.

Regelwerk Rolle im Anforderungsaufbau
BFSG (Deutschland) Gesetzlicher Rahmen für Barrierefreiheit von Software und digitalen Produkten
BITV 2.0 (Deutschland) Verordnung zur Umsetzung der WCAG für den öffentlichen Sektor
EN 301 549 (EU) Europäische Norm mit technischen Anforderungen an barrierefreie Software
WCAG Internationaler Standard für technische und inhaltliche Barrierefreiheitsanforderungen
  • Barrierefreie Software basiert auf einem mehrstufigen Anforderungsaufbau.
  • Gesetze, Normen und technische Standards greifen ineinander.
  • BFSG, BITV 2.0, EN 301 549 und WCAG definieren die maßgeblichen Vorgaben.
  • International und national existieren unterschiedliche, aber oft aufeinander abgestimmte Regelwerke.

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Prinzipien und Grundlogik barrierefreier Software

Die vier Prinzipien der WCAG – Wahrnehmbarkeit, Bedienbarkeit, Verständlichkeit und Robustheit – bilden auch im Software-Kontext das Fundament für Barrierefreiheit. Diese Prinzipien werden auf Software-Interaktionen und Benutzeroberflächen übertragen, indem zum Beispiel Informationen visuell und auditiv zugänglich gemacht, alle Funktionen mit der Tastatur bedienbar gestaltet und klare, nachvollziehbare Abläufe sichergestellt werden. Robustheit bedeutet, dass Software mit unterschiedlichen assistiven Technologien zuverlässig funktioniert.

Im Unterschied zur reinen Web-Barrierefreiheit betreffen diese Prinzipien bei Software nicht nur Webseiten, sondern auch native Anwendungen und hybride Lösungen. Für Nutzergruppen wie blinde, sehbehinderte oder motorisch eingeschränkte Menschen ist es entscheidend, dass Software-Elemente wie Dialogfenster, Schaltflächen oder Eingabefelder nach diesen Grundsätzen gestaltet werden. Beispiele sind beschriftete Schaltflächen für Screenreader, konsistente Tastatursteuerung oder Fehlermeldungen, die verständlich und eindeutig ausgegeben werden.

WCAG-Prinzip Beispiel in Software
Wahrnehmbarkeit Kontrastreiche Schrift, Alternativtexte für Symbole
Bedienbarkeit Komplette Navigation per Tastatur, Fokusanzeige
Verständlichkeit Klar strukturierte Menüs, eindeutige Fehlermeldungen
Robustheit Kompatibilität mit Screenreadern und Vergrößerungssoftware
  • Die vier WCAG-Prinzipien sind Grundlage barrierefreier Softwaregestaltung.
  • Umsetzung betrifft alle UI-Elemente und Interaktionen in der Anwendung.
  • Unterschiede zur Web-Barrierefreiheit ergeben sich durch spezifische Softwarefunktionen.
  • Beispiele verdeutlichen die praktische Relevanz für verschiedene Nutzergruppen.

Erfolgskriterien und Bewertungssysteme für barrierefreie Software

Die Bewertung barrierefreier Software erfolgt anhand klar definierter Erfolgskriterien, die sich aus den WCAG und der EN 301 549 ableiten. Zu den wichtigsten Kriterien gehören unter anderem die Wahrnehmbarkeit von Inhalten, die Bedienbarkeit aller Funktionen sowie die Kompatibilität mit assistiven Technologien. Für Software werden diese Kriterien durch spezifische Prüfschritte und Nachweisformen ergänzt, etwa die Überprüfung der Tastatursteuerung oder die Dokumentation der Screenreader-Kompatibilität.

Die Bewertungssysteme unterscheiden sich in der Praxis zwischen Web- und Software-Prüfungen. Während für Webseiten häufig automatisierte Prüfwerkzeuge eingesetzt werden, ist bei Software oft eine manuelle Überprüfung erforderlich. Die Konformitätsstufen (A, AA, AAA) geben an, inwieweit die Anforderungen erfüllt sind. Praxisbeispiele für Nachweise sind Testprotokolle, Prüfreports oder Zertifikate.

Erfolgskriterium Bewertungsansatz in der Softwarepraxis
Tastaturbedienbarkeit Manueller Test aller Funktionen ohne Maus
Screenreader-Kompatibilität Überprüfung mit verschiedenen Screenreadern und Dokumentation der Ergebnisse
Farbkontrast Messung mit Tools, Nachweis durch Screenshots oder Berichte
Fehlermeldungen Analyse auf Verständlichkeit und Wahrnehmbarkeit für alle Nutzergruppen
  • Erfolgskriterien werden durch WCAG und EN 301 549 vorgegeben.
  • Software-Prüfungen erfordern oft manuelle Tests und spezifische Nachweise.
  • Konformitätsstufen und Prüfschritte strukturieren die Bewertung.
  • Praxisnahe Nachweisformen sind essenziell für die Dokumentation der Barrierefreiheit.

Praktische Prüfung und Audit-Logik bei Software-Barrierefreiheit

Die praktische Prüfung der Barrierefreiheit von Software umfasst verschiedene Methoden, die sich in manuelle und automatisierte Testverfahren gliedern. Manuelle Tests sind besonders bei komplexen Benutzeroberflächen und individuellen Interaktionsmöglichkeiten unverzichtbar, da sie eine gezielte Überprüfung der tatsächlichen Nutzererfahrung ermöglichen. Automatisierte Tools können hingegen standardisierte Prüfungen effizient unterstützen, decken jedoch in der Regel nur einen Teil der Anforderungen ab.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das Einbeziehen von Nutzerfeedback, insbesondere von Menschen mit Behinderungen, sowie der Einsatz assistiver Technologien wie Screenreader oder Sprachausgabe. Der typische Prüfungsablauf beginnt mit einer Anforderungsanalyse, gefolgt von Tests mit verschiedenen Methoden und der strukturierten Dokumentation der Ergebnisse. Diese Dokumentation dient als Nachweis und Grundlage für Optimierungen.

Prüfmethode Stärken und Einsatzbereiche
Manuelle Tests Detaillierte Prüfung individueller Bedienwege, Erfassung komplexer Barrieren, Nutzerfeedback integrierbar
Automatisierte Tools Schnelle Erkennung technischer Mängel, geeignet für Basis-Checks und kontinuierliche Überwachung
Tests mit assistiven Technologien Praktische Überprüfung der Kompatibilität, direkte Einbindung betroffener Nutzergruppen
Nutzerbefragungen und Usability-Tests Identifikation von Barrieren aus Anwendersicht, qualitative Rückmeldungen zur Bedienbarkeit
  • Manuelle und automatisierte Prüfmethoden ergänzen sich bei der Barrierefreiheitsprüfung.
  • Assistive Technologien und Nutzerfeedback sind zentrale Bestandteile der Audit-Logik.
  • Eine strukturierte Dokumentation sichert die Nachvollziehbarkeit und unterstützt Optimierungen.
  • Die Wahl der Methode richtet sich nach Art und Komplexität der Software.

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Umsetzung von Barrierefreiheit in der Softwareentwicklung

Die Integration von Barrierefreiheit in den Softwareentwicklungsprozess beginnt bereits in der Konzeptions- und Designphase. Hier ist es wichtig, barrierefreie Anforderungen systematisch zu erfassen und als verbindlichen Bestandteil in User Stories, Designrichtlinien und Akzeptanzkriterien zu verankern. Während der Entwicklung sollten Entwickler gezielt auf die Einhaltung von Standards achten und regelmäßig mit UX- und QA-Teams zusammenarbeiten, um Barrieren frühzeitig zu erkennen und zu beheben.

Für agile Teams empfiehlt es sich, Barrierefreiheit als kontinuierlichen Bestandteil jedes Sprints zu etablieren. Dazu gehören regelmäßige Reviews, spezifische Testfälle und die Nutzung von Checklisten. Praxisbeispiele für barrierefreie Softwarefunktionen sind etwa skalierbare Schriftgrößen, die vollständige Bedienbarkeit per Tastatur oder verständliche Fehlermeldungen. Die enge Abstimmung zwischen Entwicklung, UX und Qualitätssicherung ist dabei entscheidend für die nachhaltige Umsetzung.

Praxis-Tipp Beispiel für Umsetzung
Frühe Anforderungsanalyse Barrierefreiheit als Akzeptanzkriterium in User Stories aufnehmen
Design-Review mit Fokus auf Barrierefreiheit Kontrast- und Lesbarkeitstests in Design-Tools durchführen
Regelmäßige Integrationstests Automatisierte und manuelle Barrierefreiheitstests in jedem Sprint
Enge Zusammenarbeit mit QA und UX Gemeinsame Testläufe und Feedbackrunden zur Bedienbarkeit
  • Barrierefreiheit sollte von Anfang an in den Entwicklungsprozess eingebunden werden.
  • Design, Entwicklung und Testing müssen eng zusammenarbeiten.
  • Agile Teams profitieren von klaren Kriterien und regelmäßigen Prüfungen.
  • Praxisnahe Funktionen wie Tastaturbedienbarkeit und skalierbare Schriften sind zentrale Erfolgsfaktoren.

Regulatorische Einordnung: Gesetze und Normen für barrierefreie Software

Die regulatorischen Anforderungen an barrierefreie Software sind durch verschiedene Gesetze und Normen auf nationaler und europäischer Ebene klar definiert. Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) regelt in Deutschland die Anforderungen für viele digitale Produkte und Dienstleistungen, während die BITV 2.0 speziell für öffentliche Stellen verbindlich ist. Ergänzend greifen EU-Richtlinien, die beispielsweise durch die EN 301 549 in technische Anforderungen übersetzt werden. Für Unternehmen und Softwareanbieter bedeutet dies, dass sie ihre Produkte rechtzeitig an die geltenden Vorgaben anpassen müssen.

Wesentlich ist dabei die Unterscheidung zwischen allgemeinen gesetzlichen Grundlagen und branchenspezifischen Vorgaben, etwa für Banken oder den Gesundheitsbereich. Die Pflichten betreffen sowohl die Entwicklung als auch die Bereitstellung und Wartung von Software. Fristen für die Umsetzung sind gesetzlich festgelegt und können je nach Gesetz und Branche variieren. Eine frühzeitige Auseinandersetzung mit den jeweiligen Anforderungen ist für die rechtzeitige und vollständige Umsetzung unerlässlich.

Gesetz/Norm Geltungsbereich und Pflichten
BFSG (Deutschland) Verpflichtet viele Unternehmen zur barrierefreien Gestaltung digitaler Produkte ab 2025
BITV 2.0 Verbindlich für öffentliche Stellen, Umsetzung der WCAG für Verwaltungssoftware
EU-Richtlinie 2016/2102 Regelt Barrierefreiheit öffentlicher Websites und mobiler Anwendungen in der EU
EN 301 549 Technische Norm für Barrierefreiheit, als Prüfgrundlage für viele Gesetze in der EU
  • BFSG, BITV 2.0 und EU-Richtlinien bilden die rechtliche Grundlage für barrierefreie Software.
  • Unternehmen müssen branchenspezifische und allgemeine Vorgaben beachten.
  • Pflichten und Fristen sind gesetzlich festgeschrieben und erfordern frühzeitige Planung.
  • Die EN 301 549 dient als technischer Standard für die Umsetzung und Prüfung.

Typische Herausforderungen und Fehlerquellen bei barrierefreier Software

In der Praxis treten bei der Umsetzung barrierefreier Software immer wieder typische Herausforderungen auf. Dazu zählen technische Hürden wie die fehlende Unterstützung von Tastatursteuerung, unzureichende Kontraste oder nicht korrekt implementierte Schnittstellen zu assistiven Technologien. Auch organisatorische Stolpersteine, etwa mangelndes Bewusstsein im Team oder fehlende Einbindung von Barrierefreiheit in Entwicklungsprozesse, führen häufig zu Problemen. Ein weiteres Risiko besteht in der fehlerhaften Interpretation von Standards, was dazu führen kann, dass Anforderungen nur teilweise oder falsch umgesetzt werden.

Diese Fehlerquellen wirken sich direkt auf die Nutzer aus: Barrieren bleiben bestehen, wichtige Funktionen sind nicht zugänglich und die Software kann nicht von allen Anwendern genutzt werden. Um diese Probleme zu vermeiden, empfiehlt es sich, Barrierefreiheit frühzeitig und strukturiert in alle Phasen der Softwareentwicklung einzubinden, klare Verantwortlichkeiten zu definieren und regelmäßige Prüfungen durchzuführen.

Fehlerquelle Lösungsansatz
Unzureichende Tastaturbedienbarkeit Frühe und wiederholte Tests der Bedienbarkeit ohne Maus
Missverständnisse bei der Auslegung von Standards Schulung und Einbindung spezialisierter Fachkräfte
Fehlende Einbindung von Barrierefreiheit im Prozess Barrierefreiheit als festen Bestandteil im Entwicklungszyklus verankern
Unzureichende Nutzerbeteiligung Regelmäßiges Feedback von Menschen mit Behinderungen einholen
  • Technische und organisatorische Fehlerquellen treten häufig bei der Barrierefreiheit von Software auf.
  • Fehlerhafte Interpretation von Standards führt zu unvollständiger Umsetzung.
  • Die Auswirkungen betreffen direkt die Nutzbarkeit für Menschen mit Einschränkungen.
  • Frühe Einbindung, Schulung und Nutzerfeedback sind zentrale Lösungsansätze.

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Barrierefreiheit bei Software im Vergleich zu barrierefreiem Webdesign

Barrierefreiheit bei Software und barrierefreies Webdesign verfolgen das gemeinsame Ziel, digitale Angebote für alle Menschen zugänglich zu machen. Dennoch gibt es wesentliche Unterschiede in den Anforderungen und der praktischen Umsetzung. Während Web-Barrierefreiheit stark auf die Struktur und Darstellung von Inhalten im Browser fokussiert, liegt bei Software der Schwerpunkt auf der Interaktion mit komplexen Benutzeroberflächen, der Integration in Betriebssysteme und der Kompatibilität mit verschiedenen Eingabemethoden.

Für die Entwicklung und das Testing ergeben sich daraus unterschiedliche Herausforderungen. Bei Software müssen beispielsweise native Steuerelemente, Dialoge und spezifische Systemfunktionen barrierefrei gestaltet werden. Im Webdesign stehen dagegen HTML-Strukturen, semantische Auszeichnung und responsives Verhalten im Vordergrund. Praxisbeispiele zeigen: Während im Web Alternativtexte für Bilder und eine logische Überschriftenstruktur entscheidend sind, kommt es bei Software auf die vollständige Tastaturbedienbarkeit und die Unterstützung von Screenreadern für individuelle UI-Elemente an.

Aspekt Software-Barrierefreiheit Web-Barrierefreiheit
Technische Grundlage Native Anwendungen, Betriebssystem-Schnittstellen HTML, CSS, JavaScript im Browser
Typische Anforderungen Tastatursteuerung, Screenreader-Kompatibilität, individuelle UI-Elemente Alternativtexte, semantische Auszeichnung, responsives Design
Testing Manuelle Tests mit assistiven Technologien, Systemintegration Automatisierte Prüfungen, Validierung von HTML-Strukturen
Praxisbeispiel Bedienung komplexer Dialogfenster per Tastatur Logische Überschriftenstruktur und Alternativtexte für Bilder
  • Software- und Web-Barrierefreiheit unterscheiden sich in technischen Grundlagen und Anforderungen.
  • Testing in der Software erfordert oft mehr manuelle und systemnahe Prüfungen.
  • Praxisbeispiele verdeutlichen die verschiedenen Schwerpunkte in beiden Bereichen.
  • Gemeinsam ist das Ziel: digitale Teilhabe für alle Nutzergruppen.

Best Practices und Tools zur Unterstützung barrierefreier Softwareentwicklung

Alle Softwarearten – darunter Desktop-Anwendungen, Webanwendungen und mobile Apps – können unter die gesetzlichen Vorgaben zur Barrierefreiheit fallen. Dies gilt sowohl für interne Software, die innerhalb eines Unternehmens genutzt wird, als auch für externe Produkte, die am Markt angeboten werden. Entscheidend sind die jeweiligen Gesetze wie das BFSG oder branchenspezifische Regelungen, die festlegen, für welche Anwendungen Barrierefreiheit verpflichtend ist.

Fazit

Barrierefreiheit bei Software ist ein zentrales Thema für die digitale Teilhabe und betrifft Unternehmen, öffentliche Stellen sowie Softwareanbieter gleichermaßen. Die Anforderungen ergeben sich aus einer Vielzahl an Gesetzen und Standards, die sowohl technische als auch organisatorische Aspekte abdecken. Eine frühzeitige und strukturierte Integration von Barrierefreiheit in den gesamten Entwicklungsprozess ist entscheidend, um nachhaltige und inklusive Softwarelösungen zu schaffen.

Wesentliche Erfolgsfaktoren sind die Orientierung an etablierten Prinzipien und Erfolgskriterien, die Berücksichtigung aller relevanten Nutzergruppen und die kontinuierliche Prüfung mit geeigneten Tools und Methoden. Typische Herausforderungen lassen sich durch klare Verantwortlichkeiten, regelmäßige Tests und die Einbindung von Nutzerfeedback gezielt adressieren.

  • Barrierefreiheit bei Software ist gesetzlich und praktisch relevant.
  • Frühzeitige Integration und systematische Prüfung sind entscheidend.
  • Best Practices und spezialisierte Tools unterstützen die nachhaltige Umsetzung.

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Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Die Anforderungen an barrierefreie Software unterscheiden sich je nach Gesetz und Rechtsraum. Das BFSG legt in Deutschland Vorgaben für viele digitale Produkte fest, während die BITV 2.0 auf öffentliche Stellen abzielt und die Umsetzung der WCAG fordert. Internationale Normen wie EN 301 549 gelten in der EU und können zusätzliche technische Details vorgeben. In der Praxis müssen Unternehmen je nach Zielmarkt und Nutzerkreis unterschiedliche Standards und Prüfverfahren beachten.

Die Anforderungen an barrierefreie Software unterscheiden sich je nach Gesetz und Rechtsraum. Das BFSG legt in Deutschland Vorgaben für viele digitale Produkte fest, während die BITV 2.0 auf öffentliche Stellen abzielt und die Umsetzung der WCAG fordert. Internationale Normen wie EN 301 549 gelten in der EU und können zusätzliche technische Details vorgeben. In der Praxis müssen Unternehmen je nach Zielmarkt und Nutzerkreis unterschiedliche Standards und Prüfverfahren beachten.

Assistive Technologien wie Screenreader, Sprachausgabe und alternative Eingabegeräte sind zentrale Hilfsmittel für Nutzer barrierefreier Software. Die Software muss so entwickelt werden, dass sie mit diesen Technologien reibungslos funktioniert. Typische Integrationsprobleme entstehen beispielsweise durch nicht beschriftete Schaltflächen, fehlende Tastatursteuerung oder unzugängliche Dialogfenster, was die Nutzung für Betroffene erheblich einschränken kann.

Häufige Fehler bei der Umsetzung von Software-Barrierefreiheit entstehen durch spätes Nachrüsten, unklare Priorisierung und fehlende Einbindung von Experten. Nicht alle Barrieren lassen sich nachträglich vollständig beheben, weshalb frühzeitige Maßnahmen im Entwicklungsprozess wichtig sind. Typische Herausforderungen sind unzureichende Tastaturbedienbarkeit, fehlende Beschriftungen und mangelnde Kompatibilität mit assistiven Technologien.

Barrierefreiheit kann in bestehender Software meist nur schrittweise nachgerüstet werden. Häufige Fehler sind das Überspringen grundlegender Funktionen wie Tastaturbedienbarkeit oder die Annahme, dass kleine Anpassungen ausreichen. In der Praxis sollten Sie gezielt mit Tests beginnen, typische Barrieren identifizieren und Maßnahmen priorisieren. Eine enge Abstimmung mit Nutzern und Experten hilft, Missverständnisse und wiederkehrende Umsetzungsfehler zu vermeiden.

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