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Barrierefreiheit bei Apps einfach erklärt

Das Wichtigste in Kürze

Barrierefreiheit bei Apps stellt Entwickler und Verantwortliche vor vielfältige technische, konzeptionelle und regulatorische Herausforderungen. Wer eine barrierefreie App bereitstellen möchte, muss zahlreiche Anforderungen und Standards wie WCAG und BITV berücksichtigen und deren Umsetzung gezielt steuern.

Diese Seite bietet Ihnen eine strukturierte Orientierung zu allen relevanten Aspekten der Barrierefreiheit bei Apps: Sie erfahren, wie eine systematische Herangehensweise gelingt, welche Erfolgskriterien gelten, wie typische Fehlerquellen vermieden werden können und welche regulatorischen Vorgaben zu beachten sind. Praxisnahe Empfehlungen und Vergleiche unterstützen Sie dabei, Barrierefreiheit in mobilen Apps effizient umzusetzen.

Systematik und Aufbau barrierefreier Apps

Barrierefreiheit bei Apps basiert auf einer klaren Systematik, die sich aus mehreren grundlegenden Strukturelementen zusammensetzt. Dazu zählen eine konsistente Navigationslogik, intuitiv verständliche Bedienkonzepte sowie ein responsives Design, das sich flexibel an verschiedene Displaygrößen und Bedienmethoden anpasst. Diese Faktoren gewährleisten, dass möglichst viele Nutzer die App problemlos verwenden können.

Ein zentrales Element der App Barrierefreiheit ist die konsequente Einbindung von Accessibility-APIs und semantischen Strukturen. Diese Schnittstellen ermöglichen es assistiven Technologien wie Screenreadern, Inhalte korrekt auszulesen und zu interpretieren. Im Unterschied zu barrierefreien Websites erfordert die Entwicklung barrierefreier Apps eine stärkere Berücksichtigung der nativen Plattform-Architektur und der spezifischen Interaktionsmuster mobiler Betriebssysteme.

Strukturelement Funktion für Barrierefreiheit
Navigationslogik Ermöglicht eine klare, nachvollziehbare Nutzerführung und Orientierung innerhalb der App
Bedienkonzepte Stellt sicher, dass alle Funktionen per Touch, Tastatur oder Hilfsmittel nutzbar sind
Responsives Design Passt die Darstellung an verschiedene Geräte und Bildschirmgrößen an
Accessibility-APIs Ermöglichen die Interaktion mit Screenreadern und anderen Hilfsmitteln
Semantische Strukturen Erleichtern das Verständnis und die Navigation für Nutzer mit Einschränkungen
  • Barrierefreiheit bei Apps erfordert strukturierte Navigation und durchdachte Bedienkonzepte.
  • Accessibility-APIs und semantische Strukturen sind essenziell für mobile Barrierefreiheit.
  • Unterschiede zur Web-Barrierefreiheit bestehen vor allem in den nativen Anforderungen der Plattformen.
  • Responsives Design unterstützt die Zugänglichkeit auf unterschiedlichen Endgeräten.

Prinzipien und Grundlogik der App-Barrierefreiheit

Die vier Prinzipien der WCAG – Wahrnehmbarkeit, Bedienbarkeit, Verständlichkeit und Robustheit – bilden auch für die Barrierefreiheit von Apps den maßgeblichen Orientierungsrahmen. Im Unterschied zu klassischen Webanwendungen müssen diese Prinzipien jedoch speziell auf die Eigenheiten nativer und hybrider Apps übertragen werden. Beispielsweise erfordert die Wahrnehmbarkeit in Apps eine konsequente Umsetzung von Alternativtexten, kontrastreichen Oberflächen und skalierbaren Elementen, während Bedienbarkeit bedeutet, dass alle Funktionen sowohl per Touch als auch mit Hilfstechnologien erreichbar sind.

Für verschiedene Nutzergruppen – etwa Menschen mit Seh-, Hör- oder motorischen Einschränkungen – gewinnen diese Prinzipien an besonderer Bedeutung. Native Apps bieten oft direkten Zugriff auf Betriebssystemfunktionen wie VoiceOver oder TalkBack, während hybride Apps zusätzlich Web-Standards berücksichtigen müssen. Im Vergleich dazu sind die Anforderungen an barrierefreie Websites stärker auf HTML-Strukturen ausgerichtet; Apps hingegen benötigen eine gezielte Umsetzung in der jeweiligen Entwicklungsumgebung. Praktische Beispiele sind etwa die Bereitstellung von VoiceOver-Beschreibungen in iOS-Apps oder die Anpassung von Gestensteuerung für Nutzer mit motorischen Einschränkungen.

  • Die vier WCAG-Prinzipien sind Grundlage für barrierefreie Apps, müssen aber plattformspezifisch interpretiert werden.
  • Native und hybride Apps setzen Barrierefreiheit unterschiedlich um und nutzen verschiedene Systemfunktionen.
  • App-spezifische Barrierefreiheit berücksichtigt die Bedürfnisse unterschiedlicher Nutzergruppen besonders gezielt.
  • Die praktische Anwendung der Prinzipien reicht von Alternativtexten bis zu angepasster Gestensteuerung.

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Erfolgskriterien und Bewertungssysteme für barrierefreie Apps

Für die Barrierefreiheit von Apps gelten spezifische Erfolgskriterien, die sich aus den WCAG 2.1 und der BITV 2.0 ableiten lassen. Zu den zentralen Kriterien zählen unter anderem die ausreichende Kontrastgestaltung, die Bedienbarkeit aller Funktionen ohne Maus, die Bereitstellung von Alternativtexten sowie die Nutzbarkeit der App mit Screenreadern. Die Bewertung der App Barrierefreiheit erfolgt dabei anhand definierter Prüfschritte, die auf die besonderen Anforderungen mobiler Anwendungen zugeschnitten sind.

Im Unterschied zu Desktop-Anwendungen müssen bei mobilen Apps beispielsweise Touch-Gesten, die Skalierbarkeit von Bedienelementen und die Integration nativer Betriebssystemfunktionen berücksichtigt werden. Bewertungssysteme wie die BITV-Selbstbewertung oder WCAG-basierte Checklisten kommen dabei ebenso zum Einsatz wie praxisnahe Tests mit Hilfsmitteln. Ein typisches Bewertungsszenario ist etwa die Überprüfung, ob alle interaktiven Elemente ausreichend groß sind und per Screenreader eindeutig identifiziert werden können.

Erfolgskriterium Prüfmethode/Bewertungsszenario
Kontrastverhältnis Automatisierte Analyse der Farbkontraste auf verschiedenen Geräten
Screenreader-Kompatibilität Manueller Test mit VoiceOver oder TalkBack zur Überprüfung der Lesbarkeit
Bedienbarkeit ohne Maus Prüfung der vollständigen Steuerung per Tastatur oder Touch-Gesten
Alternativtexte Check auf Vorhandensein und Aussagekraft von Bildbeschreibungen
Elementgröße Messung der Touch-Zielgrößen nach BITV- und WCAG-Vorgaben
  • Erfolgskriterien aus WCAG 2.1 und BITV 2.0 sind für Apps spezifisch angepasst.
  • Bewertungssysteme nutzen automatisierte und manuelle Prüfmethoden.
  • Mobile Apps stellen andere Anforderungen als Desktop-Anwendungen, etwa bei Gesten und Elementgrößen.
  • Praxisnahe Tests mit Hilfsmitteln sind zentral für die Bewertung der App Barrierefreiheit.

Prüfung und Audit-Logik bei mobilen Apps

Die Barrierefreiheitsprüfung von Apps folgt einem mehrstufigen Ansatz, der automatisierte Analysen und manuelle Prüfungen kombiniert. Zunächst werden Tools wie Accessibility Scanner für Android oder Accessibility Inspector für iOS eingesetzt, um typische Schwachstellen zu identifizieren. Diese automatisierten Tests decken viele Standardprobleme ab, reichen jedoch nicht aus, um die gesamte Nutzererfahrung zu bewerten.

Ergänzend sind manuelle Screenreader-Tests und Usability-Tests mit betroffenen Nutzern entscheidend, da sie praxisnahe Einblicke in die tatsächliche Bedienbarkeit liefern. Nutzerfeedback spielt dabei eine wichtige Rolle, um auch nicht offensichtliche Hürden zu erkennen. Im Vergleich zu Web-Audits verlangen App-Audits eine stärkere Ausrichtung auf plattformspezifische Interaktionen und die Integration nativer Funktionen, was die Prüfmethodik deutlich unterscheidet.

Tool/Methode Einsatzbereich und Besonderheiten
Accessibility Scanner (Android) Automatisierte Prüfung auf Barrieren; speziell für native Android-Apps geeignet
Accessibility Inspector (iOS) Analyse von Barrierefreiheitsaspekten in iOS-Apps; unterstützt Entwickler bei Optimierung
Manuelle Screenreader-Tests Testen der tatsächlichen Nutzbarkeit mit VoiceOver oder TalkBack
Usability-Tests mit Betroffenen Identifikation praxisrelevanter Probleme durch Einbindung von Nutzern mit Einschränkungen
Nutzerfeedback Ergänzt technische Tests um reale Nutzungserfahrungen und Hinweise auf Verbesserungspotenziale
  • App-Prüfungen erfordern die Kombination automatisierter und manueller Methoden.
  • Nutzerfeedback ist ein zentraler Bestandteil der Audit-Logik.
  • Tools und Tests müssen an die jeweilige Plattform angepasst werden.
  • Mobile Audits unterscheiden sich grundlegend von Web-Audits durch den Fokus auf native Funktionen.

Konkrete Umsetzung von Barrierefreiheit in der App-Entwicklung

Die technische Umsetzung von Barrierefreiheit in der App-Entwicklung erfordert gezielte Maßnahmen, die bereits im Entwicklungsprozess berücksichtigt werden sollten. Dazu gehören unter anderem die konsequente Unterstützung von Screenreadern, die Einhaltung ausreichender Farbkontraste sowie die Gestaltung ausreichend großer und klar erkennbarer Touch-Ziele. Diese Aspekte sind entscheidend, um eine App für alle Nutzergruppen zugänglich zu machen.

Sowohl iOS als auch Android bieten spezielle Accessibility-Features, die von Anfang an integriert werden sollten. Dazu zählen beispielsweise die Nutzung nativer Accessibility-APIs, das Bereitstellen von Alternativtexten und die Anpassung an systemweite Einstellungen wie Schriftgrößen oder Kontraste. Kontinuierliche Updates und eine sorgfältige Wartung sind notwendig, um die Barrierefreiheit auch nach Änderungen oder Erweiterungen der App dauerhaft sicherzustellen. Praxisnahe Tipps umfassen regelmäßige Tests mit Hilfstechnologien, die frühzeitige Einbindung von Nutzerfeedback und die Beachtung aktueller Richtlinien beider Plattformen.

Accessibility-Feature iOS Android
Screenreader-Unterstützung VoiceOver TalkBack
Kontrast- und Farboptionen Smart Invert, Farbfilter Farbkorrektur, Kontrastanpassung
Anpassbare Schriftgrößen Dynamische Schriftgrößen Systemweite Textskalierung
Bedienungshilfen-API UIAccessibility AccessibilityNodeInfo
Gestensteuerung AssistiveTouch, individuelle Gesten Gestensteuerung über Android Accessibility Suite
  • Technische Maßnahmen wie Screenreader-Kompatibilität und klare Touch-Ziele sind essenziell.
  • iOS und Android bieten unterschiedliche, aber vergleichbare Accessibility-Features.
  • Regelmäßige Updates und Wartung sichern nachhaltige Barrierefreiheit in Apps.
  • Frühe Integration und Tests mit Hilfstechnologien erhöhen die Zugänglichkeit deutlich.

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Regulatorische Einordnung: Rechtliche Anforderungen an barrierefreie Apps

Für barrierefreie Apps gelten in Deutschland und der EU klare gesetzliche Anforderungen, die sich vor allem aus dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG), der Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung (BITV 2.0) und den internationalen WCAG 2.1 AA-Standards ergeben. Diese Vorgaben definieren, welche Kriterien Apps erfüllen müssen, um als barrierefrei zu gelten. Öffentliche Stellen sind in der Regel verpflichtet, diese Standards umfassend umzusetzen, während für private Anbieter die Anforderungen je nach Branche und Anwendungsfall unterschiedlich ausfallen können.

Die Relevanz der gesetzlichen Vorgaben variiert stark nach Branche: Besonders im Finanz-, Gesundheits- und Bildungsbereich sowie im öffentlichen Sektor sind barrierefreie Apps zunehmend gefordert. Im Gegensatz zu anderen digitalen Produkten wie klassischen Websites oder Softwareanwendungen gelten für Apps teils spezifische Regelungen, die an die jeweilige Nutzungsumgebung und Interaktionsweise angepasst sind. Eine juristische Garantie auf vollständige Konformität wird dabei nicht gegeben.

  • Gesetzliche Vorgaben wie BFSG, BITV 2.0 und WCAG 2.1 AA regeln die Barrierefreiheit von Apps.
  • Öffentliche Stellen unterliegen strengeren Anforderungen als viele private Anbieter.
  • Die Bedeutung barrierefreier Apps ist in bestimmten Branchen besonders hoch.
  • Apps unterliegen teils anderen Anforderungen als andere digitale Produkte.

Typische Herausforderungen und Fehlerquellen bei App-Barrierefreiheit

In der Praxis treten bei der Umsetzung von Barrierefreiheit in Apps immer wieder typische Herausforderungen auf. Häufige Fehlerquellen liegen in der unvollständigen Integration von Accessibility-Features, unzureichender Testabdeckung mit Hilfstechnologien oder in der fehlerhaften Beschriftung von Bedienelementen. Auch die Anpassung an verschiedene Displaygrößen und Betriebssystemversionen wird oft vernachlässigt. Besonders kritisch sind Updates, da sie bestehende Barrierefreiheitsfunktionen unbeabsichtigt beeinträchtigen oder entfernen können.

Ein zentrales Problem ist zudem die zu geringe Einbindung von Nutzerfeedback im Entwicklungsprozess. Nutzer melden Barrieren häufig direkt über App-Stores oder Support-Kanäle – werden diese Hinweise ignoriert, bleiben Probleme bestehen. Lösungsansätze umfassen die konsequente Durchführung von Tests mit Betroffenen, die fortlaufende Schulung des Entwicklungsteams und die Integration barrierefreier Standards in den gesamten Lebenszyklus der App.

Herausforderung/Fehlerquelle Lösungsansatz
Fehlende oder falsche Beschriftung von Elementen Regelmäßige Screenreader-Tests und Pflege semantischer Strukturen
Unzureichende Testabdeckung Einbindung von Betroffenen und Nutzung verschiedener Hilfsmittel
Barrieren nach App-Updates Barrierefreiheits-Regressionstests bei jedem Release
Ignoriertes Nutzerfeedback Systematische Auswertung und Rückführung in die Entwicklung
Vernachlässigung responsiver Gestaltung Berücksichtigung aller Displaygrößen und Betriebssystemversionen im Design
  • Typische Fehlerquellen entstehen durch fehlende Tests und unvollständige Integration barrierefreier Funktionen.
  • App-Updates können bestehende Barrierefreiheit unbeabsichtigt verschlechtern.
  • Nutzerfeedback ist ein wichtiger Indikator für bestehende Barrieren.
  • Lösungsansätze erfordern kontinuierliche Tests und die Einbindung barrierefreier Standards in alle Entwicklungsphasen.

Assistive Technologien und ihre Bedeutung für mobile Apps

Assistive Technologien spielen eine zentrale Rolle für die Barrierefreiheit mobiler Apps. Zu den wichtigsten Hilfsmitteln zählen Screenreader wie VoiceOver (iOS) und TalkBack (Android), Sprachausgabe-Funktionen sowie Bildschirmvergrößerungen. Diese Technologien ermöglichen es Menschen mit unterschiedlichen Einschränkungen, Apps selbstständig zu nutzen und Informationen zu erfassen.

Für die effektive Unterstützung assistiver Technologien müssen Apps eng mit den Betriebssystem-Features interagieren und entsprechende Schnittstellen (APIs) korrekt implementieren. Nur so ist gewährleistet, dass zum Beispiel Bedienelemente von Screenreadern erkannt und vorgelesen werden oder dass Inhalte dynamisch vergrößert werden können. Die Anforderungen variieren je nach Nutzergruppe und reichen von klaren Alternativtexten bis zu einer konsistenten Bedienlogik über alle Funktionen hinweg.

Assistive Technologie Bedeutung für mobile Apps
Screenreader (VoiceOver, TalkBack) Ermöglichen blinden und sehbehinderten Nutzern die Navigation und Nutzung von Apps durch Sprachausgabe aller Bedienelemente
Sprachausgabe Unterstützt Nutzer mit Leseschwierigkeiten oder motorischen Einschränkungen durch Vorlesen von Inhalten
Bildschirmvergrößerung Erleichtert Menschen mit Sehbehinderung die Bedienung durch flexible Skalierung der App-Oberfläche
Schaltersteuerung Bietet motorisch eingeschränkten Personen alternative Eingabemöglichkeiten zur klassischen Touch-Bedienung
Farbanpassung und Kontrastmodi Verbessern die Lesbarkeit für Nutzer mit Farbsehschwächen oder Kontrastempfindlichkeit
  • Assistive Technologien sind essenziell für die barrierefreie Nutzung mobiler Apps.
  • Eine korrekte Anbindung an Betriebssystem-APIs ist für die Unterstützung dieser Hilfsmittel unerlässlich.
  • Die Anforderungen variieren je nach Nutzergruppe und Art der Einschränkung.
  • Screenreader, Sprachausgabe und Vergrößerung sind die zentralen Technologien im App-Kontext.

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Barrierefreiheit bei nativen, hybriden und Web-Apps im Vergleich

Die Anforderungen an die Barrierefreiheit unterscheiden sich je nach App-Typ erheblich. Native Apps profitieren von direktem Zugriff auf Betriebssystem-APIs, wodurch sie assistive Technologien wie Screenreader besonders gut unterstützen können. Hybride Apps verbinden native Funktionen mit Web-Technologien, was sowohl Chancen als auch Herausforderungen für die Umsetzung barrierefreier Oberflächen mit sich bringt. Web-Apps setzen auf browserbasierte Technologien und orientieren sich stark an etablierten Webstandards, wodurch sie häufig leichter mit bestehenden Prüfverfahren analysiert werden können.

Die technische und konzeptionelle Ausgestaltung wirkt sich direkt auf die Nutzererfahrung und die Durchführbarkeit von Prüfungen aus. Während native Apps eine optimale Einbindung von Hilfsmitteln ermöglichen, sind hybride Lösungen oft aufwändiger zu testen und erfordern besondere Sorgfalt bei der Integration von Accessibility-Features. Web-Apps bieten Vorteile bei der Wartung und Skalierbarkeit, können jedoch unter Umständen Einschränkungen bei der Nutzung gerätespezifischer Funktionen aufweisen. Für die Auswahl der passenden Technologie empfiehlt sich eine sorgfältige Abwägung zwischen Zielgruppe, gewünschtem Funktionsumfang und den Barrierefreiheitsanforderungen.

App-Typ Barrierefreiheits-Besonderheiten
Native App Direkter Zugriff auf Betriebssystem-APIs; optimale Unterstützung assistiver Technologien; plattformspezifische Entwicklung erforderlich
Hybride App Kombiniert native und Web-Technologien; Integration von Accessibility-Features komplexer; Testaufwand erhöht
Web-App Orientiert sich an Webstandards (WCAG, BITV); einfache Wartung; gerätespezifische Funktionen oft eingeschränkt
  • Barrierefreiheit lässt sich bei nativen Apps am tiefsten im System verankern.
  • Hybride Apps erfordern besondere Sorgfalt bei Integration und Testing von Accessibility-Features.
  • Web-Apps sind durch Webstandards gut prüfbar, bieten aber weniger systemnahe Funktionen.
  • Die Wahl der App-Technologie sollte sich an Zielgruppe und Barrierefreiheitsanforderungen orientieren.

Best Practices und Empfehlungen für barrierefreie App-Projekte

iOS und Android bieten beide umfangreiche Accessibility-Funktionen für barrierefreie Apps. iOS punktet mit einer besonders tiefen Integration von VoiceOver, AssistiveTouch und systemweiten Bedienungshilfen. Android überzeugt durch vielfältige Anpassungsmöglichkeiten, darunter TalkBack, individuelle Bedienungshilfen und flexible Farb- sowie Kontrasteinstellungen. Entwickler sollten die jeweiligen Besonderheiten und eventuelle Einschränkungen beider Systeme kennen, um die optimale Plattform für die Zielgruppe auszuwählen.

Fazit

Barrierefreiheit bei Apps ist ein vielschichtiges Thema, das technische, konzeptionelle und regulatorische Anforderungen miteinander verbindet. Die Umsetzung barrierefreier Apps erfordert eine systematische Herangehensweise, die von der Auswahl der passenden App-Technologie über die Integration assistiver Technologien bis hin zu kontinuierlichen Tests und der Einbindung von Nutzerfeedback reicht.

Wesentliche Erfolgsfaktoren sind die frühzeitige Berücksichtigung von Accessibility-Standards wie WCAG und BITV, die gezielte Nutzung der Möglichkeiten von iOS und Android sowie die Berücksichtigung branchenspezifischer Vorgaben. Durch regelmäßige Wartung und praxisnahe Tests lassen sich typische Fehlerquellen vermeiden und die Nutzererfahrung nachhaltig verbessern.

  • Barrierefreiheit in Apps ist technisch und organisatorisch anspruchsvoll, aber machbar.
  • Durch strukturierte Umsetzung und kontinuierliche Verbesserung profitieren alle Nutzergruppen.
  • Praxisnahe Empfehlungen helfen, gesetzliche Anforderungen und Nutzerbedürfnisse effizient zu erfüllen.

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Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Die Barrierefreiheit einer bestehenden App kann durch gezielte Nachbesserungen verbessert werden. Priorisieren Sie zunächst Maßnahmen wie die Optimierung von Screenreader-Kompatibilität, Kontrasten und Touch-Zielen. Berücksichtigen Sie dabei aktuelle Nutzerfeedbacks. Herausforderungen entstehen oft bei der Umsetzung im Rahmen von Updates und Wartung, da bestehende Funktionen angepasst und regelmäßig überprüft werden müssen.

Die Barrierefreiheit einer bestehenden App kann durch gezielte Nachbesserungen verbessert werden. Priorisieren Sie zunächst Maßnahmen wie die Optimierung von Screenreader-Kompatibilität, Kontrasten und Touch-Zielen. Berücksichtigen Sie dabei aktuelle Nutzerfeedbacks. Herausforderungen entstehen oft bei der Umsetzung im Rahmen von Updates und Wartung, da bestehende Funktionen angepasst und regelmäßig überprüft werden müssen.

Nutzerfeedback ist entscheidend, um Barrieren in der App frühzeitig zu erkennen und gezielt zu beheben. Die aktive Einbindung von Betroffenen ermöglicht praxisnahe Rückmeldungen, die technische Tests oft nicht abdecken. Community-Tests bieten zusätzlich die Chance, vielfältige Nutzungsszenarien abzubilden und die Barrierefreiheit kontinuierlich zu verbessern.

Ein typisches Missverständnis ist, dass allgemeine Standards wie WCAG oder BITV allein ausreichen. In Branchen wie Banken, Gesundheit und öffentlicher Sektor gelten oft zusätzliche, spezifische Vorgaben – etwa für besonders sichere Authentifizierungsverfahren oder barrierefreie Terminbuchung. Branchenspezifische Anforderungen gehen häufig über die allgemeinen Richtlinien hinaus und müssen individuell berücksichtigt werden.

Ein häufiger Irrtum ist die Annahme, dass Barrierefreiheit bei Apps automatisch durch Standardrichtlinien abgedeckt ist. In der Praxis werden etwa branchenspezifische Anforderungen an Sicherheit, Datenschutz oder bestimmte Nutzergruppen oft unterschätzt. Um Missverständnisse zu vermeiden, sollten Sie die Vorgaben Ihrer Branche sorgfältig prüfen und branchenspezifische Richtlinien in die App-Entwicklung einbeziehen.

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